Guten Tag, ich möchte bitte arbeiten

Ich bin der Überzeugung, jeder Mensch braucht eine Aufgabe. Eigentlich hat ja schon jeder eine, nur viele sind sich ihrer Aufgabe nicht bewusst, oder können sie aus verschiedenen Gründen nicht finden.

Wir leben – der Politik sei Dank – in einem Land, wo man nicht verhungern muss, wenn man keinen Job hat. Dass einem das AMS die Freude aufs Arbeiten nicht unbedingt leicht macht (“Sinds froh, dass’ überhaupt geringfügig etwas dazuverdienen dürfen. Wenns nach mir ging, würdens des eh ned derfn!”), und Eigeninitiative nicht besonders gefragt ist, soll jetzt nicht das Thema sein. Es geht vielmehr um den Arbeitsmarkt an sich. Wobei ja dieser Markt genausowenig unpersönlich ist, wie “der Markt” der ohnehin “alles regelt”.

Hinter jedem Job, hinter jedem Stellenangebot und hinter jedem Stellengesuch stehen Menschen aus Fleisch und Blut. Und alle, aber auch wirklich alle haben sehr ähnliche Bedürfnisse, die sie gerne befriedigt haben möchten.

Jeder möchte sich ausreichend Essen und Trinken leisten können – wenn geht noch halbwegs gesund – und ein Dach über dem Kopf. Es gilt, zwischenmenschliche Beziehungen zu pflegen und die persönliche Weiterentwicklung zu forcieren. Und es will wirklich jeder einzelne Mensch in irgend einer Form etwas bedeutsames tun oder bedeutsam sein. Das Bedürfnis nach Anerkennung ist dem Hunger und Durst ebenbürtig.

Diese Anerkennung ist im Berufsleben in vielen Fällen auch finanziell geregelt. Wobei ja ein spannender Zusammenhang zwischen Nettoeinkommen und Zufriedenheit herrscht. Anscheinend sind die Menschen am glücklichsten, die ein monatliches Einkommen von 2500-5000€ haben. Darunter ist es oft nicht so lustig, weil einem leicht die Kosten des alltäglichen Lebens übermannen, und darüber wird es wieder unlustig, weil die Sorgen ums Vermögen und die fehlende ideelle Anerkennung zuschlagen. Die 50. Million mehr am Konto löst nicht mehr Probleme als die Erste. Allerdings machen 500€ mehr im Monat zur freien Verfügung einen großen Unterschied aus, wenn vorher nur 250 da waren. Es erweitert den Spielraum auf ein Dreifaches. Und das ist ein Gewinn an Lebensqualität.

Aber das Geld alleine ist es auch nicht, was glücklich macht. Fehlt die Anerkennung der Vorgesetzten, fehlt das Lob, fehlt die erkennbare sinnvolle Aufgabe oder merkt man, dass man persönlich auf der Stelle tritt und sich nicht weiterentwickeln kann, kann ein Chef dieses Manko auch mit allem Geld der Welt nicht abgelten.
Maslow mit seiner Bedürfnispyramide ist schon ewig überholt. Ein sinnvolles Modell scheint das “Graves Values System” (im dt. Sprachraum auch als “Spiral Dynamics” bekannter) zu sein. aber es ist kaum bekannt.
Da werden Mitarbeiter lieber zu “Motivationsseminaren” geschickt und nachher geht es in der Firma so weiter wie vorher. Aber der Chef erhofft sich nur fleißigere und effizientere Bienchen. Die Kunde vom Wesen des Menschen scheint in der Arbeitswelt tatsächlich noch nicht wirklich Einzug gehalten zu haben.

Aber das sind alles Sachverhalte, die einen betreffen, wenn der Mensch bereits im Arbeitsleben ist. Was ist mit jenen, die gerade einsteigen? Sei es, weil sie gerade ihr Studium beenden, weil sie aus einer längeren Krankheit oder Krise wieder Fuß fassen wollen, oder weil der berufstätige Partner verstorben ist, oder einen verlassen hat, und man nun selber am Arbeitsmarkt aktiv werden will oder muss.

Jobbörsen gibt es viele. Noch viel mehr Jobs gibt es. Und Jobs dienen dem Erwerb des Einkommens, mit dem man auskommen muss. Ich spreche noch nicht einmal von einem Beruf. Es sind nur Jobs. Flyer verteilen, Kellnern auf Events, einfache Sekretariatsaufgaben, Übersiedlungshilfe von Privat zu Privat und – ganz beliebt – Telefonjobs usw. Hier sind Stundenlöhne von 6-12€ aktuell zu finden.

Es sind Einstiegs- oder Überlebenssicherungsjobs. Auf diesen Jobportalen schlagen auch immer wieder und gefühlt immer mehr Jobs auf, die nicht ganz ernst gemeint sein können – aber doch ernst gemeint sind.

Ich habe unlängst so ein Paradebeispiel entdeckt:

Ihre Aufgaben:

  • Büro-Organisation
  • perfekte Kundenbetreuung persönlich und via Telefon
  • Korrespondenz und Skriptenerstellung
  • Aufbereitung von Powerpoint-Präsentationen
  • Einbringung neuer Ideen
  • Veranstaltungsorganisation
  • Photoshop-Grundkenntnisse
  • Erstellen des monatlichen Newsletters
  • Erstellen von Angeboten und Rechnungen
  • Buchhaltung und Mahnwesen
  • Kassabuch
  • Statistikerstellung
  • Vorbereitung der Personalverrechnung
  • Kontrolle der Zeiten

Wir erwarten:

  • Genauigkeit
  • Belastbarkeit
  • selbständiges Arbeiten
  • Teamfähigkeit
  • souveränes Auftreten
  • hohe soziale Kompetenz
  • sehr gute EDV-Kenntnisse (MS-Office)
  • Serviceorientierung

30-40 Stunden pro Woche
Mo-Fr 8-19:00 Uhr und einmal im Monat einen Samstagsdienst

Der Umfang eines solchen Jobs würde erwarten lassen, man suche jemanden, der zumindest in zwei oder drei Bereichen eine einschlägige Ausbildung hat. Und wenn jemand so eine Ausbildung hat, dann ist dieser Mensch wahrscheinlich auch viele Semester in Schule und Uni gesessen um sich dieses Fachwissen anzueignen und hat deswegen auch auf größere Einkünfte während dieser Zeit verzichtet – in der Hoffnung, später einmal einen gutbezahlten Job zu bekommen.

Denn der Aufgabenbereich klingt ja wirklich spannend, abwechslungsreich und herausfordernd. Man muss schon ein graphisches Talent haben, um mit Photoshop etwas brauchbares zu produzieren. Man muss Erfahrungen und Wissen in Präsentationstechnik und Vortrag haben. Dieser Job erfordert auch noch buchhaltärisches Wissen am aktuellen Stand und es sind auch Fähigkeiten im Marketing und Telefonmarketing von nöten. Ganz abgesehen dass auch noch das Wissen des neuen Mitarbeiters angezapft werden soll, und dieser seine Kreativität unentgeltlich im Unternehmen einbringen sollte.

Ich habe bei der Lektüre dieses Jobangebotes geschätzt, dass eine Entlohnung von 2500€ netto und aufwärts angeboten wird. Denn eine so brilliante Fachkraft, wie hier gesucht wird, kostet Geld – wird diese Kosten aber aufgrund ihrer Persönlichkeit und Erfahrung auch mehrfach wieder dem Unternehmen einbringen.

Aber es waren heiße 800€ netto, die dieses Unternehmen bereit ist für so eine Spitzenkraft auszugeben. Nehmen wir den aktuellen Wohnungsmarkt in Wien her. Man bezahlt in Außenbezirken leicht einmal für eine 40m²-Wohnung 450€ ohne Heizung. Und jetzt kann sich jeder ausrechnen, dass da neben Telefon, Internet und einer Fahrkarte für die Wiener Linien zum Essen und Trinken nicht mehr viel übrig bleibt. Zumal man ja auch schön gekleidet in der Arbeit erscheinen muss.

Was geht in den Köpfen so eines Unternehmens vor, frage ich mich. Wenn das Unternehmen so schlecht geht, dass für so eine Allroundkraft nicht mehr drinnen ist, dann wurde ohnehin etwas falsch gemacht. Dann ist dieser Job wahrscheinlich auch nicht von langer Dauer. Wenn aber – und es handelt sich bei diesem Unternehmen um ein renomiertes Weiterbildungsinstitut im 1. Bezirk in Wien – dieses Unternehmen nicht bereit ist, seinen Mitarbeitern eine angemessene Entlohnung angedeihen zu lassen, sondern lieber Lohnsklaven beschäftigt, dann ist es auch kein Wunder, dass das Unternehmen auf einer Studentenjobbörse nach solchen sucht. Unter solchen Voraussetzungen stelle ich mir auch die Arbeitsbedingungen nicht besonders schön vor. Was kann man als Arbeitnehmer von so einem Arbeitgeber erwarten? Stress (Dis- wohlgemerkt, keinen Eustress!), für Fehler verantwortlich gemacht zu werden, weil man Aufgaben erledigen muss, für die man keine Qualifikation hat (Buchhaltung, Mahnwesen, Controlling…), denn jemand Qualifizierter wird um so ein Geld nicht arbeiten gehen…

Ich habe von diesem Institut bisher viel gehalten. Seit diesem Jobinserat ist meine Achtung beim Teufel. Es sei denn ,die 800€ netto sind ein Satzfehler gewesen und es sollte dort 2800€ stehen. Denn das wäre angemessen für so einen Aufgabenbereich.

Dem Unternehmen sei auch ins Stammbuch geschrieben, dass mein überwältigendes Auftreten mehr als 800€ wert ist. In der Stunde versteht sich! Dick auftragen kann ich übrigens auch. ;-)

 

[EDIT]
Die Chefin und Gründerin dieses Institutes hat mich kontaktiert und mir sehr freundlich und ausführlich erklärt, dass es sich bei diesem Job um einen Praktikumsplatz für Studenten und Studentinnen handelt, welcher von den Studierenden gerne angenommen wird. Meinen Hinweis, dass es bei diesem Jobangebot nicht ersichtlich war, dass es ein Praktikumsplatz ist, hat die sehr freundliche Dame gerne angenommen.
[/EDIT]

Essen ist schwierig

Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich mit dem Thema Ernährung. Was ist nun gut für den Menschen, und was nicht? Und ich kann nur sagen, es ist wirklich verwirrend. Die Zahl der Experten ist unübersehbar. Es gibt so viele Sachverständige – Menschen, die selbsternannt oder nicht, etwas von der Sache verstehen… Hier eine kleine Zusammenfassung:

1) Meide Fett

In meiner Kindheit schwappte die “Light-Welle” über uns. Fett wurde verteufelt und quasi für alles Böse in der Welt verantwortlich gemacht. Doch die übergewichtigen Menschen wurden mehr statt weniger. Auch bei uns in Europa und im kleinen Österreich.

2) Zucker ist böse

Liegt es an der Entwicklung von Süßstoffen – allen voran Aspartam – oder doch an etwas Anderem? Fakt ist, man bekommt heute Zucker in einer Überfülle in allen Nahrungsmitteln, ob er nun reingehört oder nicht. Seltsamerweise ist Diabetes im Vormarsch und wird als Zivilisationsseuche in den vorderen Rängen neben Krebs genannt.

3) Low Carb

Es stellte sich heraus, dass Fett doch nicht so böse ist. Kommt halt auf das Fett an. Aber jetzt sind Kohlehydrate allgemein böse. Also kein Mehl, kein Reis, kein Zucker, keine Stärke usw…

4) Meide Fleisch

Vor allem “rotes Fleisch” tut dem menschlichen Körper nicht gut. Also kein Rind, kein Pferd, usw… Dann sieht man was mit Masthühnern und Mastputen so genetisch angestellt wurde und wird, und wie diese armen Viecher gezüchtet und “verarbeitet” werden. Fällt “weißes Fleisch” also auch aus. Der regelmässige Verzehr von Fleisch und tierischen Proteinen begünstigt die Entwicklung von Entzündungen im Körper. Und diese Entzündungen sind ja wiederum – so manche Forscher und Mediziner – die Ursache von Autoimmunkrankheiten und Krebs. Also lassen wir das Fleisch auch weg.

5) Proteine aus Soja

Soja ist ja der Renner unter Vegetariern und Veganern. Aber Soja ist eine Giftpflanze und enthält Hormone, welche seine Fressfeinde durch Unfruchtbarkeit soweit dezimieren sollen, dass die Sojapflanze überleben kann. Nur durch heißextrudieren wird Soja für den Menschen genießbar. Aber Soja soll auch beim Menschen zu Unfruchtbarkeit und auch Hirnschrumpfungen führen. Soja bei Kindern kann Störungen im Wachstum der Thymusdryse auslösen… Usw. usf. Ich lasse auf jeden Fall einmal vorsorglich die Finger von Sojaprodukten. Ausgenommen die alte und traditionelle Form des Würzmittels Sojasauce.

6) Fructose-Intoleranz

Ha! nachdem man ja kaum was als Mensch essen soll, wenden wir unsere Aufmerksamkeit dem gesunden Obst zu. “An apple a day keeps the doctor away”. Und weil die ganzen Vitamine in der Schale stecken, wird die Schale mitgegessen. Das kann bei langem und regelmässigen Verzehr zu einer Wachsleber führen. Auch ned xund…
Weiters gibt es eine nicht unbeträchtliche Zahl von Menschen, welche Fructose nicht gut verstoffwechseln können. Die Folgen sind neben Durchfall und Bauchschmerzen schwere Leberschäden und angeblich auch Depression. Also Obst in Mengen fällt also auch aus.

7) Lactose-Intoleranz

Milch ist gesund. Milch hat viel Eiweiß. Milch hat viel Kalzium. GOMAD (Gallon of Milk a Day) ist eine beliebte Form um bei Body-Buildern am Anfang Masse aufzubauen. Und Milch hat hormonwirksame Substanzen, welche zu Prostatakrebs in Folge auslösen können und die gesättigen Fettsäuren führen zu Gefäßkrankheiten. Ausserdem steht Milch im Verdacht Osteoporose zu fördern statt zu verhindern. Auch relativ neue Erkenntnisse. Die Lachtose ist für Menschen ausserhalb Europas so gut wie ungenießbar. In Europa bei einem Teil der Bevölkerung ebenfalls. Die Auswirkungen sind ähnlich wie bei Fructose. Gut, lassen wir also auch Milch und Milchprodukte beiseite.

8) BIO! Ja klar und natürlich

Wenn ich schon Obst, Gemüse und Fleisch esse, dann bitte von zutodegestreichelten Tieren und Pflanzen. Mit echtem Kuhmist gedüngtes Gemüse von echten Feldern birgt die Gefahr, dass es roh verzehrt (Auf Rohkost komme ich später noch zu sprechen) alles andere als gesund für den Menschen ist, da es mit Keimen belastet ist, die einfach in der Scheiße pardon dem Kuh/Schweine/Hühner-Mist vorkommen. Und woher hab ich die Garantie, dass mein Bioobst und -gemüse nicht von Nachbarfeldern oder vom Wind von weiter weg gelegenen Feldern mit gentechnisch verunreinigten Pollen belastet wurde? Und sind Bio-Methoden wirklich so “bio” wie uns versprochen wird? Ich habe oft den Verdacht, dass Bio-Zeugs einfach nur deswegen Bio heißt, weil man es teurer verkaufen kann.

9) Rohkost

Früher hat der Mensch blablabla… Damit lässt sich Fleischverzehr, Rohkost, vegane Ernährung, viel Kohlehydrate, wenig Kohlehydrate usw. eindeutig erklären. Auch wenn die Ergebnisse oft widersprüchlich ausfallen. Und da der Mensch erst sein X-1000 Jahren blablabla zu sich nimmt, ist sein Körper nicht darauf eingestellt.
Gerade das Beispiel Kuhmilch zeigt, dass dem so auch nicht sein kann. Da in Europa relativ lange Kühe gehalten und deren Produkte verzehrt werden, haben sich die Organismen der Europäer angepasst und können zu einem Großteil Lactose verarbeiten. Wo anders ist eine Lactose-Verträglichkeit die Ausnahme – ganz im Gegensatz zu Europa und Nordamerika. Beim Kochen werden Vitamine kaputt. Oder auch nicht. Je nachdem, wem man Glauben schenken will. Manche werden kaputt, andere nicht. Denaturierte Aminosäuren kann der Körper nicht verarbeiten. Und manche sagen sogar, wenn das Essen zu mehr als 50% aus gekochten Lebensmitteln besteht, zeigt der Körper Stressreaktionen wie bei eingedrungenen Keimen und das Immunsystem wird aktiv. Gegen das Essen. Also ist die Folge => Rohkost.
Aber Kochen macht erst so manche (Inhalts)stoffe für den Menschen genießbar.  So wie bei Soja, wo erst die Erhitzung die Giftstoffe deaktiviert. Ausserdem ist die Erhitzung erst die Garantie, dass Keime, welche sich auf den Nahrungsmitteln befinden, abgetötet und unschädlich gemacht werden.

10) Salat

Salat ist wichtig, Salat ist gesund, Salat enthält viele Vitamine. Und Salat enthält ebenfalls hormonwirksame Substanzen, welche Männern die Libido und Fruchbarkeit nimmt. Ausserdem ist Salat oft nicht wertvoller als ein Glas Wasser in dem ein Taschentuch ein Löffel Nitrat und eine Spur Vitamin-C aufgelöst und umgerührt wurde. Speziell wenn er aus dem Glashaus kommt. Für mich als Mann… ich werde Salat meiden.

11) Vitamine sind schädlich?

Da gibt es die Studien, welche Vitaminen fast allheilende Wunderkräfte zuschreiben. Und dann gibt es Studien die aussagen, dass Obst und Gemüse nicht wegen, sondern trotz der Vitamine und auch Antioxidantien gesund sind. Die begleitenden und oft unerforschten Pflanzenbegleitstoffe machen das. Und Vitamine kann der Körper unterscheiden, ob sie natürlichen oder künstlichen Ursprungs sind.

12) Mineralien und Spurenelemente

Unsere Böden sind ausgelaugt vs. es gibt keinen Mineralstoffmangel in der westlichen Hemisphäre. Fakt ist, dass bedingt durch die industrielle Produktion und der unterbrochenen Kreisläufe die Mineralstoffgehalte der Böden um bis zu 80% abgenommen haben. Mediziner und Biochemiker streiten auch vielfach ab, dass der menschliche Körper viele Mineralien und Spurenelemente braucht. Menschen, die regelmässig und richtig supplementieren haben da ganz andere Erfahrungen. (Ich im übrigen auch!). Aber es soll die Kombination von allen Vitaminen und Spurenelementen sein, die wirkt. Und natürlich sollen sie sein. Also aus Pflanzen gewonnen.

13) Gentechnik

Gentechnik ist böse. Meistens. Ausser sie bringt Medikamente hervor, welche z.B. Diabetikern das Leben erleichtern. Und Enzyme, welche Wäsche auch bei 90°C noch weiß waschen können (Gar nicht gewusst, dass da auch Gentechnik im Spiel ist???). Und Gentechnik erlaubt es auch, dass bestimmte Pilze auf Mais nicht mehr wachsen können, und damit mit ihren Giften das Schweinefleisch (Futter!) verseuchen und damit den Menschen wieder krank machen können. Die Folgen der Gentechnik sind aber absolut nicht einschätzbar. Macht sie nun gesund oder krank? Lässt Gentechnik den Hunger in der Welt verschwinden oder erzeugt sie und ihre Patente erst recht Hunger? Über den rechten Einsatz der Gentechnik ist noch viel zu wenig bekannt. Vor allem über ihre Langzeitfolgen. Also lassen wir sie lieber einmal beiseite.

14) Olivenöl

Olivenöl ist total gesund. Oder doch nicht? Widersprüchliche Ergebnisse wohin man schaut. Die Griechen haben dem Olivenöl offenbar durch Pensionsbetrug einen guten Ruf beschert, da dort angeblich die Menschen so alt wurden. In Italien ähnlich. Oder schauen die jungen dort einfach nur so alt aus? Olivenöl für alles. Nein halt, zum Braten und Backen doch nicht. Dann lieber Rapsöl. Aber das ist ja wieder gentechnisch verändert. Maiskeimöl genauso. Kokosöl? Das soll aktuell das beste sein. Ich bin gespannt wie lange.

15) Butter

“Butter kann durch nichts ersetzt werden” lautete ein Werbespruch für Butter in meiner Kindheit. Aber Butter ist als tierisches Produkt mit vielen gesättigten Fettsäuren wiederum sehr schlecht für den Körper. Und als Milchprodukt – siehe oben – zu vermeiden. Aber wer den Geschmack und Geruch von Zwiebel in Olivenöl und Butter geröstet schon erleben durfte, kann sich nicht vorstellen, dass Butter nicht gut ist… Dann machen wir sie halt nicht heiß. Denn die Verbindungen die beim Erhitzen von Butter entstehen sind wieder ungesund. Aber Butter an sich ist ja schon…

16) Nüsse

Der Mensch hat sich in der Steinzeit von Nüssen ernährt. Also muss das heute auch noch gelten. Denn so lang ist das noch nicht her und der menschliche Organismus hatte noch keine Zeit sich anzupassen => dazu möchte ich auf das Beispiel Milch verweisen.
Nüsse sind eine sehr gute Quelle für Proteine und gesunde Fette. Und Cashew-Nüsse haben bedingt durch die Inhaltsstoffe eine ähnliche Wirkung auf depressive Menschen wie Prosac oder ähnliche Psychopharmaka. Behauptet zumindest ein amerikanischer Arzt.
Juhu! Endlich etwas, das gesund und glücklich macht. Wenn man keine Allergie auf Nüsse hat. Ein Sack Cashew-Nüsse und ich hab eine Woche lang Juckreiz am ganzen Rücken…  Vielleicht sind es aber auch nur die Schwermetall und Pilzrückstände in den Nüssen…

17) Die Verpackung

Glas, Alu, Kunststoff, Karton, Papier… was auch immer. Es findet sich immer irgendwas, das schädlich ist. Glas ist schwer und die Reinigung und der Transport bei Mehrweggebinden verschlingen enorme Energiemengen und scharfe Chemikalien. Da haben PET-Verpackungen schon eine bessere Öko und Energiebilanz. Wenn man die denn richtig berechnet.
Alu kann gerade in Verbindung mit Säuren (Fruchtsäuren!!!) als Alu-Salze im Lebensmittel landen. Und Aluverbindungen lösen Krebs aus. Auch für Alzheimer stehen Aluverbindungen im Verdacht. Beschichtung ist das Zauberwort. Abgesehen vom enormen Energie- und Rohstoffaufwand für Aluverpackungen können die Kunststoffbeschichtungen wieder Weichmacher und andere schädliche Chemikalien in die Lebensmittel abgeben. Von hormonaktiven bis hin zu cancerogenen Substanzen lässt sich alles da mit reinverpacken. Und über Grenzwerte wird nur die Dauer der Vergiftung hinausgezögert.
Kunststoffe an sich sind ein Problem. Nicht der einzelne Joghurtbecher. Es ist die Masse an Kunststoffen. Der Film “Plastic Planet” zeigt die Auswirkungen selbst auf abgelegenste Winkel im Pazifischen Ozean sehr drastisch, was wir mit Plastik mittlerweile angerichtet haben. Von den Inhaltsstoffen, die Kunststoffe ausdünsten mal ganz abgesehen.

18) Transport und Lagerung

Ein Bioapfel aus Argentinien im Mai hat weniger Energieverbrauch als ein steirischer. Denn der steirische Apfel musste gelagert, gekühlt, behandelt usw. werden und stammt möglicherweise sogar aus der Ernte aus dem Vorvorjahr… Lagerzeiten von 48h im Kühlschrank reduzieren den Vitamingehalt von Obst und Gemüse um 40%, bei Zimmertemperatur sogar um 60%. Wieviel ist dann von Vitaminen in “frischem” Obst, das ein halbes Jahr im Kühlhaus gelagert wurde noch drinnen? Kleine Denksportaufgabe für das p.t. Publikum. Nach deutschem Lebensmittelrecht dürfen z.B. 3 Jahre alte Orangen noch als “frisch” verkauft werden.
Säfte in durchsichtigen Glasflaschen haben so gut wie keine lichtempfindlichen Vitamine mehr drin. Und Obst und Gemüse, das hübsch beleuchtet zwei, drei Tage im Supermarktregal herumliegt, bis es gekauft wird… auch hier bleibt es Ihrer Phantasie überlassen sich auszurechnen, wieviel “Wertvolles” da noch drin ist, bis es bei Ihnen im Magen landet.

19) Herstellung

Einmal angenommen, es stimmt, was jene sagen, die behaupten, dass all das Zeugs, dass es da zu kaufen gibt gar nicht so schlimm ist. Sehen wir uns einmal die Produktion an. Massentierhaltung, Massengemüsezucht, Hühner die niemals Tageslicht sehen, Schweine und Kühe die ja eh “artgerecht” angebunden und gehalten werden, Gemüse das niemals Erde gesehen hat, Monokulturen die nur unter Einsatz schwerster Gifte bis zur Ernte gebracht werden können, weil sie sonst von Schädlingen vernichtet würden, Dioxine und Schwermetalle im Futter, Felder neben Autobahnen, und und und…
Ich denke jetzt noch nicht einmal an die Produktion mit modernen Sklaven in der früher so genannten “dritten Welt”. Fleisch, das in Ammoniak gewaschen wird, bevor ein Laberl für den Burger draus gemacht wird, weil die Kühe nicht artgerecht mit Mais statt mit Gras gefüttert werden und so Coli-Bakterien überall sind. Käfighaltung für Hendln,…

Ich höre auch schon wieder auf, sonst wird mir selber übel von den Bildern. Bei Tieren kann man ja noch irgendwie nachvollziehen, dass die sich unwohl fühlen müssen… In der Pflanzenproduktion ist der romantische Bauernhof ja auch längst Geschichte. Es stimmt einfach nicht mehr, was und Ja natürlich & Co so selbstverständlich erzählen.

Resume

Wenn ich mir so einen groben Überblick verschaffe, was denn aktuell so als gute und wertvolle Ernährung empfohlen wird, wenn ich einmal Fleisch und andere Lebensmittelskandale ausblende, dann komme ich zu dem Ergebnis, dass eine kohlehydrate-reduzierte, gemüsereiche, vegane und teilweise rohkostbasierende Ernährung mit einem hohen Anteil an Aminosäuren und gesunden Fetten bei entsprechender Bewegung für moderne Stadtmenschen mit Bürojob ideal erscheint.
Ich selber habe ein Experiment gemacht, da ich offenbar doch nicht so robust bin, wie ich viele Jahre lang geglaubt habe. Eine Umstellung auf kohlehydrat-arme Ernährung brachte einen Gewichtsverlust von 7-8 kg in 6 Monaten. Ergänzt habe ich meine Ernährung mit einem pflanzenbasierten Nahrungs-Ergänzungsmittel, welches 65 Mineralien, 12 Vitamine und über 40 Antioxidantien enthält und flüssig ist.
Da ich offenbar eine Neigung zu Gelenksentzündungen erblich erhalten habe, habe ich auch hier experimentiert. Esse ich viel Brot bzw. Weißmehlprodukte, hab ich innerhalb kürzester Zeit massive Schmerzen in meinen Handgelenken. Bier wirkt sich hier nicht negativ aus. Obwohl es auch zu Weißmehlprodukten gezählt werden könnte. Lasse ich die Weißmehlprodukte wieder weg, verschwinden die Schmerzen in den Handgelenken innerhalb weniger Tage. Einen Zusammenhang mit Fleisch konnte ich noch nicht feststellen.

Obst – im speziellen Äpfel und Orangen – habe ich sehr schlecht vertragen. Blähungen, Magenschmerzen, Durchfall waren oft die Folge. Selbiges bei Zwiebel. Also scheint eine Fructose-Intoleranz-Neigung bei mir zu sein. Da ich z.B. Ottakringer-Bier gut vertrage, Gösser jedoch nicht, bestätigt sich hier auch mein Verdacht. Aber ich neige dazu nicht gerne Diagnosen zu bekommen, daher will ich das auch gar nicht abklären, da ich sonst meine Selbstheilungskräfte determiniere und ich auf eine “Erkrankung” festgelegt würde. Ich bin der festen Überzeugung, dass es nicht verschiedene Krankheiten gibt, sondern so wie es nur eine Gesundheit gibt, eben auch nur eine Krankheit. Die halt in vielen verschiedenen Formen auftritt und unterschiedliche Ursachen hat. Im Zusammenspiel mit der Natur und den Selbstheilungskräften des Körpers wird der in der Regel auch wieder heil, so man ihm alles gibt, was er benötigt. Ich spreche hier nicht von notfallmedizinischen Maßnahmen. Und ich möchte auch betonen, dass das meine eigene und persönliche Überzeugung ist, da ich sie über viele Jahre hinweg schon so in meinem eigenen Leben bestätigt sehe.

Abe gerade die Beschäftigung mit dem Thema Ernährung hat mich viel hellhöriger auf die Zeichen meines Körpers werden lassen. Ich kann der Meinung “Lass Nahrung deine Medizin und Medizin deine Nahrung sein” mittlerweile SEHR VIEL abgewinnen. Daher ist auch dieser Artikel entstanden, der dazu anregen soll, etwas mehr über das nachzudenken, was man täglich in sich hineinstopft.

Über Ideen und Anregungen, wo man gerade im städtischen Umfeld wirklich natürliche und vor allem frische Lebensmittel bekommt – und das zu Preisen, die nicht ein Managergehalt erfordern, bin ich sehr froh. Der Platz für den eigenen Gemüsegarten und Obstbäume mitten im 16. sind halt schon sehr begrenzt…

Viel Erfolg wünsche ich beim Finden der Ernährungsweise, die einem weder Freude im Leben noch viele Lebensjahre nimmt.

Begriffsverwirrungen

Ich kann mich an Zeiten erinnern, wo der Himmel schwarz-blau war. Dort wurden Gesetze im Ministerrat beschlossen. Das Parlament war nicht mehr, aber auch nicht weniger als schon unter Kaisers Zeiten, eine Quatschbude für Politdarsteller.

Die gefährlichste unter den intellektuellen Boden-Boden-Raketen ist das fundierte Halb- bis Viertelwissen – speziell wenn diese mit Massenintelligenzvernichtungsblättern in Kombination abgefeuert werden. Hier werden Tatsachen in den Köpfen der Bevölkerung geschaffen die weitab der Realität angesiedelt sind. Gesetze wurden und werden immer noch im Parlament beschlossen und an keinem anderen Ort. Dass das freie Mandat im Parlament gerade von den größeren Parteien als Stimmviehgeblöcke missbraucht wird, macht es schon so, dass die Regierungsparteien im Ministerrat beschließen, wie ihre Abgeordneten abzustimmen haben… Insoferne stimmt es sogar. Der Eindruck der aber der Bevölkerung mit dieser Phrase vermittelt wird ist ein Bedenklicher. Es ist die de-facto Ausschaltung des Parlamentes, welche bereits sprachlich vollzogen ist.

Aktuell ist viel von einer “Wahl” die Rede. Sogar die Grünen riefen zu dieser “Wahl” auf. Aber ist das wirklich eine Wahl gewesen? Die beiden Regierungsparteien hasten im dem Diktat des Boulevards einer direkten Demokratie hinterher und versuchen so Vorwahlkampf zu betreiben und dem HC eventuell doch ein paar Stimmen abspenstig zu machen. Das Werkzeug, dass sie gewählt haben taugt aber nicht. Sprechen wir einmal mit Wikipedia:

VOLKSBEFRAGUNG:
‘Unter Volksbefragung versteht man ein in aller Regel unverbindliches Instrument der direkten Demokratie, bei dem die Wahlberechtigte Bevölkerung zu einer bestimmten Frage konsultiert wird. Über den deutschsprachigen Raum hinaus, werden Volksbefragungen zumeist als konsultatives Referendum bezeichnet. Das Ergebnis der Abstimmung ist im Normalfall unverbindlich und soll im Wesentlichen der Ermittlung der Meinungsmehrheit in der Bevölkerung zu einer politischen Frage dienen.’
WAHL:
‘Eine Wahl im Sinne der Politikwissenschaft ist ein Verfahren in Staaten, Gebietskörperschaften und Organisationen zur Bestellung einer repräsentativen Person oder mehrerer Personen als entscheidungs- oder herrschaftsausübendes Organ. (…)
Die Personen, die zur Wahl berechtigt sind (Wahlberechtigte), wählen in einem festgelegten Verfahren (Wahlsystem) – zumeist aus einer Auswahl – einen Amts- oder Mandatsinhaber oder ein Gremium für einen festgelegten Zeitraum.’
(quelle: wikipedia)

Wir wurden also gefragt, wie es uns so geht. Ob wir lieber Schluckauf oder Ohrensausen haben möchten, wenn wir denn wählen könnten. Die “Volksbefragung” ist mit der obligatorischen Begrüßungsfloskel “Wie geht’s dir?” gleichzusetzen. Wer will schon wirklich eine Antwort auf diese Frage? Und wer geht ehrlich darauf ein, kommt doch tatsächlich eine Antwort? Die Unverbindlichkeit einer Volksbefragung kann und wird auch durch die Lippenbekenntnisse unserer Politdarsteller auf der Regierungsbühne nicht verbindlicher. Eine kleine Regierungsumbildung, einen Regierungswechsel zu einer anderen Partei, oder schlicht und ergreifend “geänderte Umstände”, und schon ist das Ergebnis des Befindlichkeitsbarometers Schnee von vorgestern, uninteressanter als die Kontaktanzeigen in der Krone von letztem Monat. Aber unsere lieben Volksvertreter suggerierten uns, es wäre eine WAHL… wir hätten etwas zu “WÄHLEN”… In mir drängt sich der Gedanke auf, das “Volks-Vertreter” eher etwas mit Füßen, Schuhen, dem Gesicht und dem Volk zu tun hat, als dass dort jemand für mich sprechen würde.

Wer bitte in unserem schönen Land (die Berge, Seen und Wälder sind ja wirklich wunderschön anzusehen!!!) glaubt denn noch an irgendeine Integrität der politischen Kaste, die sich ,scheinbar durch Inzucht, seit Jahrzehnten vermehrt? Die einzigen, die das wirklich glauben, sind Mitglieder dieser Kaste, die noch nichts zu sagen haben. Die fehlende Gewaltentrennung von Legislative, Exekutive und Judikative (wie im ersten Beispiel schon dargelegt) ist auch an den verzögerten, eingestellten und äusserst ärgerlichen Prozessen rund um Mitglieder der politischen Kaste offensichtlich. Spitzelaffaire, KHG, Hochegger, Telekom… alle Parteien bekommen ihr Fett weg. Zumindest gibt es eine verbale Ohrfeige in den Medien. Und dann ist es vergessen. Ja sogar vergeben sind diese Skandale, die Unterdrückung und Vertuschung und auch die Nichtverurteilung, weil Prozesse vorab schon auf Weisung oder auch im vorauseilenden Gehorsam von der Staatsanwaltschaft abgedreht werden. Und wie es so schön mit dem kollektiven Gedächtnis funktioniert – warten wir ein bisserl ab – und schon ist all das auch vergeben. Dies sieht man daran, dass die selben Politdarsteller und Schauspielgruppen aufs Neue wiedergewählt werden. Jedesmal wieder. Und jedesmal wundern sie die Leute, dass sie bei ähnlichem Verhalten ein ähnliches Ergebnis bekommen.

Eine Definition von verrückt ist: “Wenn jemand immer das gleiche tut und sich jedesmal ein unterschiedliches Ergebnis wünscht.”

So gehen wir auf ein Neues in eine neue Woche, ein neues Jahr, eine neue Legislaturperiode und wundern uns, dass alles beim Alten bleibt, weil wir ja doch wieder aus Gewohnheit

  1. den eigenen Hintern nicht vom Sofa bekommen und uns in einer neuen Partei formieren um wirklich die eigenen Interessen durchzubringen
  2. lieber andere auf die Straßen gehen lassen um gegen all diesen Mist und die Ungerechtigkeiten zu demonstrieren. Denn so kann man im Falle des Scheiterns immer noch buckeln und sagen “Ich war es nicht!!!”
  3. das Kreuzerl am Wahltag (bei den echten Wahlen!) dort machen, wo wir es schon seit Jahren oder Jahrzehnten machten und hoffen, dass sie esdiesesmal “g’scheiter machen”.

Sie sind in guter Gesellschaft. Denn dieses Verhalten ist “normal”. Veränderungen wollen ist das eine und sehr einfach. Veränderungen zu machen, ist für die meisten schier unmöglich.

Wie die Affen!

Sprachverfall

Das menschliche Hirn ist ja ein Hund. Es nutzt jede Möglichkeit zur Energieeinsparung. Das reicht vom Schriftbild bis zu Verhalten im Verkehr. Und nun zeigen sich auch öffentliche Tendenzen bei der Sprache an sich.

Oftmals wird das der sogenannten “Überfremdung” zugeschanzt um damit den eigenen Zukunfts- und Existenzängsten Raum zu geben und einen Sündenbock damit in die Wüste schicken zu können. Die Tendenz zur Sprachverkürzung erlebe ich aber schon seit vielen Jahren und auch in Gegenden, wo gar keine sogenannte “Überfremdung” zu beobachten war. Es sind die Eltern der Kinder, die Vorbildwirkung der “Starken” in den Peergroups, welche zur Weiterenwicklung unserer Sprache beitragen. Und die Menschen, die nicht hier in Österreich geboren wurden lernen nun mal hauptsächlich die Sprache über geübte Konversation.

Ich kann mich noch gut an meine Großmutter erinnern, die mit einem uns befreundeten türkischen Gastarbeiter, der sehr gutes Deutsch sprach permanent, langsam und laut im Infinitiv sprach. “Du wollen Kaffee?”

Heute verschiebt sich das unter den Jungen halt zu “Gemma Kaffee?” oder “Darf ich einen Kaffee?” Was? runterschmeißen? ausleeren? an die Wand picken? oder doch etwa trinken? Der Kontext erschließt einem schon, was der andere meinte. Meistens.

Die deutsche Sprache ist schon schwierig an sich. Konversationen in Beziehungen (und da seien jetzt nicht nur die Liebesbeziehungen gemeint) gestalten sich auch bei einer Sprachfülle zu hochkomplexen Minenfeldern. Was meint der andere? Wie soll ich das verstehen? Bringt hier eine Reduktion auch eine klarere Ausdrucksweise mit sich, oder eröffnen sich dadurch noch mehr Minenfelder.

Im Internet in div. Foren, auf Facebook & Co trifft man auf die erstaunlichsten “Verweadagelungen” unserer Sprache. Weist man die Autoren darauf hin, dass Satzzeichen und Rechtschreibung das Verständnis der Botschaft ungemein erhöhen, wird man oft mit dem Satz “Is ja lustig. Wir sind ja nicht in der Schule!” gemaßregelt.

Und hier drängt sich in mir die Frage und die Erinnerungen an die eigene Schulzeit auf. Was ist mit unseren Schulen los, dass Kinder und Jugendliche auf so eine Art protestieren müssen? Und ich hab selber nicht gerne Deutschunterricht gehabt. Dunkle Bilder von Stunden des Nachsitzens, weil ich wieder einmal meine Hausübung nicht gemacht habe, quellen aus dem Morast des Vergessens heraus in den Nebel der Erinnerung. In Kindern die Begeisterung zu wecken, mit der sie erst in der Lage sind, schnell und einfach zu lernen, ist nicht unbedingt der wärmende Mantel der schulischen Pädagogik.

Ich sehe aber auch noch eine weitere Tendenz. Die sprachliche Vielfalt, der Wortschatz und die Satzlängen reduzieren sich schön langsam. Und wenn wir beim 2-3-Wortsatz mit einem Sprachschatz von 500-1000 Wörtern angelangt sind, dann unterscheiden wir uns wengistens nicht mehr von unseren nächsten Verwandten den Primaten. Dann können wir uns auch den Krähen und anderen intelligenten Vögeln gegenüber nicht mehr das Kraut, Krone der Schöpfung zu sein, herausnehmen. Denn dann sind wir intelligenzmässig wieder am Stand zweieinhalbjähriger Kinder, Schimpansen und der Rabenvögel angelangt. Und das als erwachsene homo sapiens sapiens…

Die Feindlichkeit gegenüber Wissenschaft, Bildung und eigenem und selbstverantwortlichen Denkens, die einem so “auf der Straße” entgegenweht ist niederschmetternd. Mit fundiertem Halbwissen aus Gossen-TV und Klopapierzeitung gerüstete Kämpfer bildungsferner Schichten sagen mir klipp und klar, dass nachdenkende Menschen Trottel sind. Denn wir, diejenigen die nachdenken und einen freien Geist pflegen, haben einfach keine einfachen Lösungen.

“Is a a Trottl und ana vo uns, haut`s eam!”

“Is a a Trottl und kana vo uns, haut`s eam ausse!”

“Is a kana vo uns, daun haut`s eam a ausse. Wurscht ob a a Dokta is. Kana vo uns; wü uns nua ausnutzn. Ausse mitn Gsindl!”

Das sind die Lösungen, welche offensichtlich von 3-Wort-Satz-Sprechern verstanden und erdacht werden. Und ich übe hier ganz bewusst Kritik an Politikern und Medien, welche das Fortschreiten der allgemeinen Sprachverkürzung weder unterbinden noch versuchen gegenzusteuern, sondern im Gegensatz dazu, das sogar noch fördern und unterstützen. (Warum kleinformatige Zeitungen eigentlich Kleinzeitungsförderung bekommen?)

Es ist nicht jedem gegeben, einen brilianten Geist zu haben. Das ist auch nicht notwendig. Aber willentlich herbeigeführte Kapazitätsbegrenzungen der Hirnfunktionen in bezug auf Intelligenz und Sprache (und das eine bedingt das andere und umgekehrt) ist für mich vorsätzliche Körperverletzung. Nicht nur, weil ich persönlich Magenschmerzen bei dem Kauderwelsch bekomme, den man so in der Straßenbahn und auf den Straßen zu hören bekommt, sondern weil Menschen, deren Sprachfähigkeiten und damit auch deren Intelligenz willentlich durch Medien und Schulsystem eingeschränkt wurden leicht dazu neigen, irgendwelchen Führern nachzurennen und sich für die und deren Ideen zu prügeln und gegenseitig auszugrenzen und im schlimmsten Fall auch abzuschlachten.

Menschen die frei von Ängsten sind, bauen eine schöne Welt. Aber solche Menschen kann man nicht beherrschen…